Prinzessinnengärten: ein Exportschlager für moderne Stadtplanung
Die Stadtgärtnerinnen am Moritzplatz machen sich berechtigt Sorgen, dass ihre Beete die längsten Tage gesehen haben - der Berliner Senat
(Liegenschaftsfonds) beabsichtigt das Grundstück meistbietend zu verkaufen.
Denn er lässt keine Zweifel daran, dass am vorherrschenden Planungsrecht, das für die ehemalige Brache baurechtlich Gültigkeit hat, von bezirksseite rein gar nichts geändert wird und dieses sieht eine maximale Bebauung des Grundstücks vor, das einem Investor (der nur auf Rendite aus ist) nicht schmecken dürfte!
Dabei bedarf es keines Investors, im Gegenteil, haben doch Kreativität und Engagement der Bürger diesem Unort Moritzplatz mit den Prinzessinnengärten ein Juwel an die Seite gegeben (Modulorgeschäftsführer Andreas Krüger). Nicht ganz zufällig kommen Repräsentanten europäischer Städte und Kommunen hierher, um sich über alternative (erfolgreiche) Stadtplanung (von unten) zu informieren. Der Berliner Senat scheint von dieser Erfolgsstory noch wenig bis gar nichts gehört zu haben, denn er tut alles, um den Prinzessinnengärten nicht nur den Hahn abzudrehen, sondern die gesamt Wasserversorgung für das Grün kappen zu wollen (Kündigung).
An Unterstützung für den Fortbestand der Prinzessinnengärten mangelt es nicht: von den vielen Anwohnern ganz zu schweigen, sind es auch viele soziale Einrichtungen (u.a. Schulen, Kitas) und nicht zuletzt der Bezirk, also eigentlich ganz Kreuzberg - vorläufig sind auch schon 22500 Unterschriften für eine Petition zusammengekommen. Nur bei den Abgeordneten von CDU und SPD lässt es deutlich an Unterstützung mangeln, aber gerade deren Stimme für den Erhalt der Prinzessinnengärten als Projekt wäre mit entscheidend, so der Bürgermeister.
Die Betreiber der Prinzessinnengärten 'Nomadisch Grün', eine gemeinnützige GmbH, können mit Superlativen aufwarten und haben jede Unterstützung redlich verdient: 1500 freiwillige Helfer vor Ort befördern mit ihrem Engagement das Projekt. 14 Vollzeitstellen gibt es mittlerweile. Rund ein Hundert Kooperationspartner aus der näheren Umgebung schätzen nicht nur diesen Ort, sondern nutzen ihn intensiv für ihre Sozialarbeit und nicht zuletzt die rund 50.000 Touristen aus der ganzen Welt, die zu diesem "Ort der Sehnsucht" (Bürgermeister Schulz), schon gepilgert sind.
Das alles sind gewichtige Gründe für den Bezirksbürgermeister, sich mit ganzem Herzblut für den Erhalt einzusetzen und betont (an die Adresse des Senats): "wir werden hier das so machen, wie die Bürger das wollen!".