Anwohner haben sich ein Kantholz besorgt und quer, quasi als Schwelle, um die Radfahrer zu zwingen abzusteigen, auf den Gehweg gelegt.
Nur schade, dass dieser Sinneswandel so gänzlich einen Bogen um die Bezirksverwaltung zu machen
scheint! Dort heißt es anscheinend immer noch: Alleinige Vorfahrt für die Autos. Wie sonst ist es zu
erklären, wenn Bausstellen, die einen Radweg unterbrechen, diesen unkontrolliert außer Funktion
setzen und unkoordiniert wochenlang still vor sich hin dümpeln und den Radweg brachliegen lassen.
Die Verwaltung ist doch sonst nicht müde, sich seiner Regelungswut hinzugeben (s. exzessive fast
schon an Idiotie heranreichende Ausschilderung von sog. Grünflächen aller Art) aber an den
Baustellen geschieht rein gar nichts. Eben genau so verhält es sich an einer der wichtigsten
Radwegeverbindungen der Stadt und Kreuzbergs, nämlich die Ost-West-Route entlang der Yorckstraße.
Dort werden durch Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht geradezu Fußgänger und Radfahrer aufeinander
losgelassen - Unfälle vorsätzlich in Kauf nehmend.
In der Urbanstraße ist seit Jahren, ab der Graefestraße der Radweg, gesperrt, angeblich wegen
Fahrbahnbeschädigungen. Dann müssten aber die Hälfte der Radwege Kreuzberg gesperrt werden! Aber was
macht der Radfahrer, der unvermittelt auf die Sperrung zufährt? Er ignoriert diese natürlich, oder
soll er sich etwa lebens- und automobbinggefährdend, ohne schützende Fahrbahnmarkierung, sich
zwischen die daherrasenden Autos einreihen?!
Viele Jahre stellen die Grünen nun schon den Baustadtrat - ein Sinneswandel in der Verwaltung, gar
Sensibilisierung den Radfahrern gegenüber ist nicht zu erkennen.
Nach mehreren Anrufen beim Amt wurde wenigstens die Baustelle zwischen Katzbachstraße und
Hagelberger Straße insoweit entschärft, dass behelfsmäßige Fahrbahnmarkierungen den Strom von
Radfahrern leiten und somit die Fußgänger und Radfahrer besser geschützt sind. Der
Fachbereichsleiter meinte lapidar: man sollte das Ganze nicht dramatisieren.