.... aber ist das die Zukunft unserer Kreuzberger Mädchen? * Das Theaterstück "Mädchenspiele" zeigte eine Momentaufnahme Kreuzberger Jugendlicher.
Die große Liebe zu finden, ein schönes Hochzeitskleid zu tragen, dies waren nicht die einzigen Themen des Stücks, die von der Regisseurin Géraldine Mormin thematisiert wurden, aber anscheinend sind es die Themen, die die Kreuzberger Mädchengeneration am Anfang des 21. Jahrhunderts beschäftigen!?
Was die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihrem Leben (vor)spielten, hörte sich so an, als wäre es ein Stück Lebensgeschichte auf den 50er Jahren. Von Aufbegehren fast keine Spur - immerhin im Rahmen einer Art von Proklamation fielen ein paar deftige Worte, durchaus provokant und den Zuschauer (die Vorstellung war ausverkauft!) zum Nachdenken anregen könnte. "Mädchen putzen, ... bluten, ... treiben ab, ... gewinnen im Weitpinkeln, ... werden vergewaltigt (...)".
Aber eine Kritik wäre an dieser Art der Inszenierung auch fehl am Platz, denn der Anspruch ist und war ein Anderer (und der Eintrittspreis sowieso) - vornehmlich ging es bei dieser Produktion darum, dass die Akteurinnen mit ihren unterschiedlichsten (migrationsbedingt kulturellen) Biographien im Rahmen der Theaterarbeit "sich begegnen können", und somit auch ein stückweit sich selbst.
So soll es auch sein: eine Theaterwerkstatt für Jugendliche und Erwachsene, die die Bühne liefert, um gemeinsam zu lernen, sich kennenzulernen, miteinander zu sprechen statt übereinander. Wo die Differenzen und andere Sichtweisen letztendlich als Bereicherung wahrgenommen werden können.
Expedition Metropolis e.V. versteht sich als "Community Theater" agiert aber auch als ein sozial-kultureller Träger. Vor zwei Jahren hat der Verein in den Gebäuden der eh. Desinfektionsanstalt eine neue Heimat gefunden aber erst jetzt war es möglich, mit dem Auszug einer Außenstelle des Gesundheitsamtes, eine weitere Räumlichkeit nutzen zu können und zu einer kleinen Theaterspielstätte umzubauen. Diese Möglichkeit wird jetzt ausgiebig genutzt, nicht nur zur Freude der Theaterakteure sondern auch für die Kreuzberger Nachbarschaft.
Nächste Aufführung: "Die 3 vom Spindelrad - oder was wir stattdessen tun!"
Premiere am 21. Juni 19 Uhr
Zweite Aufführung am 22. Juni 19 Uhr
* Titel und Aufmacher ist zugegebenermaßen eine kaum abgewandelte Kopie des Titels "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" des amerik. Schriftstellers David Foster-Wallace (lohnt sich reinzuschauen)