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Kottbusser Tor

 

 

 

 

03.05.2012

 

Alternativplanung für den Kotti: "Eine starke Variante"

 

Es wird zwar nicht das Wort des Jahres werden, aber so häufig wie der Satz "das ist eine starke Variante" von den Podiumsdiskutanten ausgesprochen wurde, war schon bemerkenswert!

 

In diesen Tagen sollen die Baumaßnahmen am Kottbusser Platz beginnen, die fast ausschließlich den Zweck haben, den Verkehr sicherer zu machen. Gefährliche Straßeneinmündungen sollen entschärft werden, und vor allem sollen die Radfahrer von neuen Ampelanlagen und Radwegen profitieren - die autobedingten Kollateralschäden unter diesen Verkehrsteilnehmern sind enorm und hatten die Senatsverwaltung auf den Plan gerufen.

Es klang schon fast wie ein Appell des Kreuzbergers Stadtrats Hans Panhoff, als er sich an den Vertreter der Senatsverwaltung wandte und vorschlug, man müsste irgendwie Zeit gewinnen, um doch noch diese "starke Variante" verwirklichen zu können. Und weiter: "es wäre toll, wenn es gelänge, trotz der fortgeschrittenen Planung noch etwas an der aktuellen Planung ändern zu können".

Der Adressat des Appells von der Senatsverwaltung Horst Wohlfarth von Alm, auch mittlerweile ein Anhänger der "starken Variante" geworden, musste aber leider mitteilen, dass keine Aussicht auf eine Änderung der Planung bestehen würde, denn es fehle an den notwendigen finanziellen Mitteln, um diese "starke Variante" umsetzen zu können.

"Sehr nachhaltig sei dies ja gerade nicht", meinte Gerd Nowakowski vom Tagesspiegel, "nur für die zweitbeste Lösung Geld zu haben!" - der Tagesspiegel hatte zu der Veranstaltung bzw. zur Podiumsdiskussion mit dem Thema "Platz da: Ideen für das Kottbusser Tor" eingeladen. Geschäftsführer Adalbert Kurkowski von der Berliner Bank-Filiale, die direkt am Kottbusser Platz liegt, und der mit auf dem Podium saß, begann am Schluss der Diskussion fast schon enthusiastisch von der "starken Variante" zu schwärmen. Überhaupt wollte er trotz aller Probleme, die die Geschäfte mit dem Umfeld des Kottbusser Platzes hätten, nur Positives vom "Kotti" berichten, das zeigte die fast schon anekdotenreife Bemerkung des Bankers, es sei schon schwierig Mitarbeiter für seine Filiale zu bekommen (Kopfschütteln beim Kreuzberger Stadtrat) - aber wenn sie einmal hier wären, wollten sie auch nicht wieder weg".

Dass das Publikum diesmal ausnahmsweise einer Meinung mit den Podiumsvertretern war, lag eben an der von Frau Gast aus dem Landschaftsarchitektenbüro Gast.Leyser vorgestellte Planung, die vom Publikum ebenfalls als "starke Variante" erkannt wurde, und deren Vortrag mit deutlichem Applaus begleitete.

P.S.
Wie sieht jetzt nun die sog. vielzitierte "starke Variante" aus? Diese sieht vor, den nördlichen halbkreisförmigen Bogen der Skalitzer Straße näher an die Hochbahn heranzuführen (die Straßentrasse wird komplett verlegt bzw. abgeflacht). Die Folge ist u.a., dass enorm viel Aufenthaltsfläche zwischen Dresdener-, Adalbert- (die entsprechend zurückgebaut wird) und Skalitzer Straße gewonnen wird - auch damit einhergehend ein Mehr an Sicherheit für die Radfahrer gewonnen werden kann (eben auch durch die gerade Straßenführung).

 

 

 

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