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Unser Görli

 

Ratiborstr. 4

 

 

 

27.04.2012

 

Görli: viele unterschiedliche Nutzer - viele unterschiedliche Meinungen

 

Die einzige Nutzergruppe, die den Görlitzer Park täglich besucht, die der Drogendealer, war auf dem ersten Görli-Treffen nicht vertreten - aber über sie wurde fast am meisten geredet (gestritten)!

 

Rund dreißig Bürger aus Kreuzberg und sogar Friedrichshain hatte sich zum ersten Görli-Treffen im Kinderbauernhof eingefunden - Studenten, Berufstätige, Rentner, Mütter, Aktivisten, Sonnenanbeter und nicht zuletzt engagierte Bürger mit ausländischen Wurzeln, so dass sich eine lebhafte Diskussion entwickelte. So hatte der Aktivist der Wrangelkiezinitiative "Steigende Mieten Stoppen!" große Bedenken gegenüber dem Vorhaben, einen Spielplatz temporär zu erweitern (um zu sehen, wie sinnvoll das ist), weil dadurch bestimmte Nutzergruppen verdrängt werden könnten, eben wie jene, wie die der Drogendealer, die nicht unweit des Spielplatzes ihren Drogenhauptumschlagplatz hätten und von dieser Maßnahme "bedroht" wären! Dem türkischen Mitbürger platzte bei so viel "Liberalität" (O-Ton) fast der Kragen, denn er sähe es am liebsten, wenn die Drogendealer ganz verschwinden würden.

Die Diskussion um die Drogendealer zeigt womöglich exemplarisch die extreme Spannbreite von Standpunkten auf, zwischen denen Rahel und Andreas, die zur Veranstaltung eingeladen hatten, moderieren müssen. Rahel und Andreas, die sich schon länger privat und mit der Kiezinitiative "Kiezwandler" für den Görlitzer Park engagieren und nun ganz offiziell die Aufgabe bekommen haben, zusammen mit den Anwohnern und NutzerInnen des Görlitzer Parks eigene Ideen zu entwickeln und diese an die Verwaltung heranzutragen. Dies geschieht im Rahmen eines vom Senat aufgelegten Förderprogramms, das sich "Aktionsräume plus" nennt und unter Kiezaktivisten nicht unumstritten ist. Dabei sehen sie sich die Beiden nicht als Macher, die vorgeben wollen, was auf dem Görli zu geschehen hat, sondern als Mittler zwischen Bürgern und Verwaltung.

Ob die Beiden überhaupt eine Chance bekommen innerhalb der nächsten beiden Jahren etwas zu bewegen, ist angesichts der lokalen politischen Tretminen (die ordinären Hundetretminen waren natürlich auch Thema) mehr als fraglich, zumindest geschieht dies unter erschwerten Bedingungen, da alle Verbesserungen per se von einer bestimmten Gruppe als Aufwertung gesehen wird und diese Gruppe u.a. genau das Gegenteil propagiert, nämlich den Kiez abzuwerten (um Spekulanten, Investoren und Reiche abzuschrecken)!

Das nächste Görli-Treffen findet am 22. Mai im Kinderbauernhof des Görlitzer Parks statt.

 

 

 

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