Die Kriminalitätsstatistik (s. S. 52) weist für Kreuzberg eine alarmierende Tendenz auf: während berlinweit die politisch motivierten, rassistischen Übergriffe mit homophoben Hintergrund stagnieren, sind diese in Kreuzberg um das siebenfache angestiegen!
Auf der Homepage des Bezirks heißt es "Friedrichshain-Kreuzberg: Ein Bezirk mit vielen Gesichtern". Dieses neue Gesicht Kreuzbergs, nämlich Rassismus gegen Minderheiten, das dürfte Bezirksbürgermeister Franz Schulz (die Grünen) ziemlich beunruhigen und nicht gefallen. Er hat die Lösung dieses Problems zur Chefsache erklärt und zusammen mit der Integrationsbeauftragten von Kreuzberg-Friedrichshain Regina Reinke trifft man sich mit verschiedenen Gruppen und lokalen Akteuren am 26. April im Rathaus (Einladung)
Kreuzberg, um diese problematische Entwicklung zu analysieren und zu diskutieren.
Es sind vor allem die alltäglichen Pöbeleien, Beleidigungen gegen Schwule und Lesben, die so extrem von 2010 bis 2011 zugenommen haben - dass die gewalttätigen Übergriffe sich im Vergleich zu 2010 nicht so extrem erhöht haben bzw. auf hohen Niveau verharrten, dürfte nur ein schwacher Trost bleiben. Vor ein paar Wochen hatte man sich zum ersten Mal getroffen, um Ursachen zu benennen und erste Strategieansätze zu diskutieren, um gegen diese Art von Rassismus vorzugehen - die Analyse blieb (s. Protokoll doch sehr im Wagen, auch konnte man oder wollte man keiner Tätergruppe diese Übergriffe zuordnen.