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Streetcut

 

 

 

 

19.04.2011

 

Haare ab

 

Im Schaufenster ein abgerissener Arm in einem Fischmaul. Weiße Kacheln an den Wänden: Was ist das denn? Ich sehe das Ladenschild: Streetcut. Ach so, ein Friseur.

 

Da gehe ich ein paar Tage später rein, weil ich dringend einen guten Haarschnitt haben möchte. Erst mal ein paar Stufen hoch. Im Vorraum begrüßt mich direkt neben der Türe eine wild gestaltete Schaufensterpuppenbüste. In der Ecke ein Sofa mit knallroten Kissen, an den Wänden Graffitis.

Ein lustiger Stilmix aus Rock, Pop, Hip-Hop und Frühling (den machen die wirklich schönen Blumen auf dem Tresen). Bunt. Schrill. Mir flößt das Vertrauen ein.

Ein Blick durch den Durchgang in den 'Behandlungsraum' zeigt mir, dass der Laden gut besucht zu sein scheint. Am Werke sind zwei stattliche Friseure mit Tattoos und Piercings und der Azubi grinst mich freundlich an, während er fegt.

Ich stelle fest, dass 'dringend' wohl doch noch ein wenig warten muss und mache einen Termin aus.
Da bin ich ja mal gespannt.
Eine gute viertel Stunde zu früh komme ich dann zu meinem Termin. Ich habe aber Glück und muss nicht warten. Der freundliche Azubi wäscht mir mit perfekt temperiertem Wasser und einem teuer riechenden Shampoo die Haare (so muss das sein!). Rikki, der sie schneiden soll erbarmt sich meiner und fängt dann zügig an. Breit grinsend wünsche ich ihm viel Spaß, da ich vorher schon ein wenig selbst dran rumgeschnibbelt habe. Ich gehe davon aus, dass er keine große Lust drauf hat, was Verpfuschtes zu retten, wer hat das schon. Er sagt aber gar nicht viel dazu, außer "Tse, tse, tse &" oder so ähnlich, grinst aber mindestens genauso breit zurück, als er mir verkündet, dass da nur noch ein Kurzhaarschnitt hilft. Ich wehre mich und sage " Neiiiiiiiiin!". Er fest entschlossen: "Dooooooooch!"

Nachdem er mir mich genau angeschaut und mir die Haare aus dem Gesicht gehalten hat, hatte ihm zwar schon grünes Licht gegeben, aber um mir den letzten Zweifel zu nehmen, fragt er seinen Kollegen und den Azubi, was sie dazu meinen. Und einstimmig höre ich: "Kurz is' besser!"

Also gut, er kann anfangen: Rikki nimmt ein Rasiermesser und zaubert mir in Null Komma nix einen wirklich coolen Kurzhaarschnitt.
Fast wie bei Edward (der mit den Scherenhänden). Zack. Zack. Fertig. Und das absolut gekonnt!
Der Blick in den Spiegel beruhigt mich. Der kann was!
Die dreiundzwanzig Euro bezahle ich gerne! Und die Kommentare meiner Umwelt zu meinem neuen Erscheinungsbild bestätigen mich. Super!

Streetcut
Mittenwalder Str. 12, Berlin-Kreuzberg

Öffnungszeiten: Di - Fr: 11 - 20 Uhr, Sa: 11 - 17 Uhr
Tel: 0174-82 87 80 2

Autorin: Babsi Wolf
Kiez² Quadrat "Die Tipp- und Schnittstelle im Kiez"
Mittenwalder Str. 11, 10961 Berlin
Tel. 0157 / 830 58 421
kiezquadrat@email.de

 

 

 

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