Die Freiflächen innerhalb des Komplexes der Bethanienanlage am Marianneplatz sollen neu gestaltet werden - um den Zwischenstand der Arbeiten und was
noch folgen soll mit den Anwohnern zu besprechen, wurde eine Begehung durchgeführt.
Wie fast bei jedem Projekt im Bereich der Stadtplanung Kreuzbergs, mussten sich Anwohner auch bei Beginn dieser Planung ihre Beteiligung unter massiven Protestes einfordern -zwischenzeitlich kam es sogar zu einer Besetzung bzw. Aneignung von Grünflächen! Der jetzigen Planung ging ein Wettbewerb voraus und der siegreiche Entwurf des Büros Schmidt & Seifert gab von Anfang an reichlich Anlass zur Diskussion, aber auch die Informationspolitik der Verwaltung wurde kritisiert. Zwar war im Vorfeld des Wettbewerbs eine Anwohnerbeteiligung erwünscht und angedacht aber anscheinend nicht ausreichend kommuniziert worden und auch die öffentliche Aushängung der Wettbewerbsarbeiten war von viel zu kurzer Dauer. Die Intervention zeigte Erfolg, Aushängung wurde verlängert und in den Siegerentwurf wurden noch zahlreiche Vorschläge der Anwohner eingearbeitet.
Im Zuge der Umsetzung der Planung bemüht sich jetzt die Verwaltung um mehr Transparenz; es fand eine Begehung mit den Anwohnern statt, um den Zwischenstand der Arbeiten zu erläutern. Diese sollte zügig vonstatten gehen, um anschließend mehr Zeit für Diskussionen zu haben aber schon zu Anfang wurde die Begehung für den Planer Seifert und den Vertretern des Grünflächenamtes mehr zu einem Hindernislauf.
Es zeigte sich, dass gewisse Planungsideen, wenn sie dann mal in natura zu sehen sind, von den Anwohnern doch anders wahrgenommen werden, als vorher auf dem Papier - und Streit vorprogrammiert ist. Frau Suchardt vom Grünflächenamt, die zusammen mit dem Landschaftsplaner die Begehung leitete, waren sichtlich bemüht die Kritikpunkte mit diesen oder jenen Sachzwängen zu relativieren, und Frau Beyer notierte sich akribisch alle Kritikpunkte. Der ebenfalls anwesende, neue Stadtrat für Bauen, Wohnen, Hans Panhoff hielt sich dabei vornehm im Hintergrund.
Bei der sich anschließenden Diskussion bei Kaffe und Kuchen ging es sichtlich entspannter zu, auch dem Bemühen der Veranstalter geschuldet eine konstruktive Diskussion um die strittigen Punkte zu führen. Man konnte den Endruck bekommen, sie, die Verwaltung, will sich nun ernsthaft der Herausforderung stellen, die Bürger als ernstzunehmenden Gesprächspartner zu akzeptieren - wenn auch noch sichtlich bemüht mühevoll.