Bebauungsfreie 50-Meterzone wird infrage gestellt!
Der Diskussionsleiter der Initiative 'Mediaspree versenken' stellte eine überraschende Frage an das Publikum: Wie seht ihr das mit den 50 Metern? Soll es dabei bleiben?
Jemand meinte, "ob 50, 100 oder 120 Meter, der Bürgerentscheid wäre so oder so erfolgreich gewesen. Es wäre vor allem darum gegangen, deutlich zu machen, wir wollen einen durchgängigen öffentlichen Zugang und Nutzung entlang des Spreeufers". Damit meinte er auch, die 50 Meter wären mehr eine symbolische Forderung gewesen, als dass ein faktischer Grund dem zugrunde gelegen hätte.
Auch Carsten Joost, Mitinitiator des Bürgerentscheids "Spreeufer für Alle", kann sich mittlerweile eine geringeren Mindestabstand der Bebauung vom Spreeufer vorstellen - in seinem Konzeptentwurf (Planungsagentur) für das Zapfgrundstück, den er im Rahmen des "Ideenaufrufs Kreuzberger Ufer" am Samstag in der Eisenbahnmarkthalle präsentierte, gab es zwei Varianten, einmal mit einem 50-Meter und einem 35-Meter-Abstand zum Ufer.
Er plädierte auch für einen stark prozessorientierten Umgang mit dem Zapfgrundstück, soll heißen, nur ein kleiner Teil der Fläche soll mittelbar neu bebaut werden; das Betriebsgebäude von Zapf könnte eine kulturelle Zwischennutzung erfahren, auch um Zeit zu gewinnen, damit zu einem späteren Zeitpunkt, er sprach von 10-20 Jahren, eine umfassendere und städtebaulich wertvollere Planung, unter Einbeziehung des Discountergrundstücks, möglich ist.
Großer Schwachpunkt seines Konzeptes: es muss ein Investor gefunden werden, der dieses alternativ-kulturell ausgerichtete Konzept mitträgt und auf eine zeitnahe, marktübliche Rendite seiner Investitionen verzichtet.