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Bethanien

 

 

 

 

17.11.2010

 

Ganze fünf Jahre!

 

Im Juni 2005 wurde das Hausprojekt in der Yorckstraße 59 unter Polizeieinsatz geräumt - wenige Tage später hatte das obdachlos gewordene Hausprojekt eine provisorische Bleibe gefunden; sie besetzten kurzerhand den halbleerstehenden Bethanienkomplex, der kurz vor einem Verkauf an einen privaten Investor stand.

 

Die Besetzer hatten sich mit der Besetzung nicht nur von der Straße gerettet, sondern von nun an war klar: der gesamte Bethanienkomplex sollte vor dem Ausverkauf gerettet werden und weiterhin ein kultureller Ort für die Nachbarschaft bleiben bzw. zu diesem ausgebaut werden.

Alsbald bekamen die Besetzer einen Nutzungsvertrag und es wurden regelmäßige Treffen zwischen Besetzer, Bezirk und angestammten Nutzern anberaumt um eine Lösung für die Besetzer und eine Zukunftsperspektive für das Bethanien - weitgehend kostenneutral für den Bezirk (das Haus muss sich selbst tragen) - gefunden werden. Es gründeten sich Bürgerinitiativen für den Erhalt des Bethanien und ein Bürgerbegehren wurde in die Wege geleitet, das sich gegen eine Privatisierung der Immobilie gerichtet hatte und dass sich das Haus fortan finanziell selber trägt. Bezirksbürgermeister Franz Schulz konstatiert: "Dazu leisten auch die ehemaligen Besetzer im Südflügel ihren Beitrag".

Franz Schulz war immer wieder bei den Gesprächen selbst vor Ort und mit seiner ruhigen Hand war es ihm möglich, wider der unterschiedlichsten Interessen der Nutzer im Haus - die Kunstraum GmbH zog zwischenzeitlich laut protestierend aus - alle Interessengegensätze unter einen Hut zu bringen. Die gemeinnützige Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) wird als neuer Betreiber treuhänderisch die Verwaltung des Gebäudes übernehmen - somit verbleibt das Bethanien schlussendlich in öffentlicher Hand.

Neben der Druckwerkstatt und den soziokulturellen Projekten im Südflügel sollen mit Jahresbeginn neue Theater- und Tanzprojekte das kulturelle Angebot ergänzen und erweitern. Die Arbeit bereits aufgenommen haben Künstlerinnen und Künstler in den Atelierräumen und die neue Gastronomie im Erdgeschoss.

 

 

 

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