Die 'GEKKO Stadtteilarbeit' im Kreuzberger Stadtteilzentrum in der Lausitzer Straße hatte Anwohner
und Gewerbetreibende zu einem Kieztreffen für den Reichenberger Kiez eingeladen. Schwerpunkt des
Abends war die Erörterung der Situation des hier ansässigen Gewerbes.
Der Reichenberger Kiez wirkt wie ein Straßendorf; eine ellenlange Straße als Hauptachse mit vielen Querachsen. Diese städtebauliche Figur könnte auch der Grund dafür sein, dass ich sich die Bewohner schwer damit tun, diesen Stadtteil zwischen Görlitzer Park, Kanal und Kottbusser Tor, Ratiborstraße als ihren Kiez zu betrachten - es fehlt anscheinend ein Kristallisationspunkt von städtischem Leben in diesem sich lang erstreckenden Kiez.
Natürlich gibt es auch Ecken mit städtischem Leben, die liegen aber am Rand des Kiezes, z. Bsp. das Stück Wiener Straße in der Höhe des Spreewaldplatzes oder der Bereich des Paul-Lincke-Ufers zwischen Kottbusser Brücke und Manteuffelstraße. Die Ohlauer Straße hat sich in den letzten Jahren ebenfalls zu einer lebendigen Straße gemausert.
Was tun, dass auch anderorts im Kiez sich mehr tut? 'GEKKO Stadtteilarbeit' hat ein Projekt angeschoben, um herauszufinden was von den Bewohner und den Gewerbetreibenden an Veränderungen gewünscht wird. Eine Befragung im Sommer hatte ergeben, dass die Bewohner größtenteils zufrieden mit ihrem Kiez sind, abgesehen vom leidigen Straßenmüll, der immer wieder Ärgernis auslöst. Auch die Gewerbetreibenden wollen nicht groß meckern, zumal sich immer mehr neue Bewohner hier ansiedeln, die auch mehr Kaufkraft mitbringen. Die Befragung hatte ergeben, dass die Gewerbetreibenden durchweg positiv in die Zukunft blicken. Die sozialen Kenndaten decken sich durchaus mit der subjektiven Wahrnehmung, so liegt z. Bsp. die Arbeitslosenquote hier im Kiez nur unwesentlich höher als der Berlindurchschnitt es ist!
Was bleibt, ist die Sorge vor steigenden Gewerbemieten und deshalb wurde auch der Vorschlag von 'GEKKO Stadtteilarbeit', ein Netzwerk der Gewerbetreibende zu gründen von einigen Ladenbesitzern auch wohlwollend aufgenommen.
Demnächst soll auch ein Kiezführer erscheinen; darin können sich die Geschäfte kostenlos präsentieren (Anmeldung noch bis 5.11.2010). In der nachfolgenden Diskussion wurde etwas die Schwerpunktsetzung des Abends auf das Gewerbe, kritisiert - Tenor: was nützen einem schöne Geschäfte - die Projektgelder sollten mehr in soziale Projekte fließen, so der Gegenvorschlag.