Viele der einstigen politischen Weggefährten Rudi Dutschkes, Freunde und die komplette Familie waren gekommen, um der Enthüllung der "Rudi-Dutschke-Straße" beizuwohnen.
Über 500 Menschen mögen es gewesen sein, darunter auch illustre Zaungäste mit Anzug und Lodenmantel, die sich zur finalen Runde einer langatmigen Auseinadersetzung einfanden, die meist medial und zum Schluss auch gerichtlich - auf der einen Seite eine Allianz von CDU und dem Axel-Springer-Verlag, und auf der anderen Seite das links-alternative Spektrum mit dem 'taz-Verlag' als Initiator - geführt wurde.
Mitte des Weges wurde sogar ein Bürgerbegehen von der CDU angestoßen, um letztlich damit die 'Rudi-Dutschke-Straße' zu verhindern und gerade diesem Umstand war es zu verdanken, dass eine deutliche Mehrheit von Kreuzbergern sich für die Umbenennung aussprechen konnte: ein parteipolitischer BVV-Mehrheitsbeschluss wurde somit durch Volkes Stimme im Nachhinein legitimiert! Für den Kreuzberger Bürgermeister Dr. Franz Schulz eine besondere Genugtuung.
Auch Wirtschaftssenator Harald Wolf und Parlamentsvizepräsidentin des Bundestag Petra Paus (beide von der Links-Partei) schlugen ihre Schadenfreude zur Schau tragend - in die gleiche Kerbe und bedankten sich ausdrücklich bei der CDU für deren Renitenz. Die Frage darf erlaubt sein: Wie wäre die SED mit einem freiheitsliebenden Bürgerrechtler Dutschke umgegangen?!
Am 7. März wäre der '68er' Rudi Dutschke 68 Jahre alt geworden und jetzt wenige Wochen danach solch ein Ereignis das sichtbar Rudi Dutschkes als Person der Geschichte dokumentiert, besser könnte es nicht passen, stellte Michael Cramer (EU-Parlamentarier der Grünen) zufrieden fest.
Immer noch sehr kämpferisch gab sich Christian Ströbele in seiner Rede - oder war es die Erinnerung an vergangene Tage, die er in Erinnerung rief, als man versuchte, nicht unweit von hier, die Auslieferung der Bild-Zeitung verhindern zu wollen, und er sich sicher ist, dass Rudi Dutschke ein Opfer der Hetze des Axel-Springer-Verlag wurde. Deshalb sei die Würdigung Rudi Dutschkes an dieser Stelle mehr als überfällig, so Christian Ströbele.
"Leider hätte es mit der Enteignung des Axel-Springer-Verlages nicht geklappt", so Christian Ströbele weiter, aber heute sei deutlich, aber dessen Meinungsmacht wie sie damals vorherrschte, gäbe es mittlerweile nicht mehr.