Die chin. Botschaft liegt wenige Minuten vom Kreuzberger Moritzplatz entfernt - Grund genug für die freiheitsliebenden Kreuzberger sich solidarisch zu zeigen.
Rund 70-100 Demonstranten hatten sich am Samstag direkt vor der chin. Botschaft am S-Bhf. Jannowitzbrücke postiert und mit Redebeiträgen auf die aktuelle Lage in Tibet und besonders jene in Lhasa, wo es eine Anzahl von Toten gegeben hat, als Soldaten auf Demonstranten das Feuer eröffnet haben.
Viele Kritiker gegenüber der chin. Besatzungspolitik sprechen auch von Völkermord, denn seit der militärischen Besetzung Tibets durch die Chinesen im Jahr 1949 wurden über 1 Mill. Tibeter durch Hinrichtungen, Zwangslager und Folter getötet. Ebenso schlimm wiegt die sog. Sinisierung Tibets; d.h. durch Zwangsansiedlungen von Abermillionen Chinesen in Tibet, werden die Tibeter in ihrem eigenen Land zu einer Minderheit degradiert. Parallel dazu werden die Tibeter ihrer kulturellen Eigenständigkeit beraubt: die Religionsausübung ist stark reglementiert; in den Schulen darf kein tibetisch gesprochen werden; den Tibetern wird die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt; alle Spitzenpositionen werden mit Chinesen oder mit ihnen gefälligen Kollaborateuren besetzt.
Die Folge, die tibetische Gesellschaft kollabiert: in den tibetischen Familien herrscht Armut und Verzweiflung. Alkoholismus und familiäre Gewalt zerstört die Menschen. Wer kann, der flieht über den Himalaja, mit der Gefahr von chin. Scharfschützen aus dem Hinterhalt wie Wild, abgeknallt zu werden.