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Brandstifter terrorisieren Kreuzberg

 

 

 

 

27.02.2008

 

Acht Brandstiftungen innerhalb einer Woche in Kreuzberg 61

 

Fünf Mal schlug alleine in einer Nacht der Brandstifter zu - das war am 23.02.08; zuvor schon am 19.02. und nun zuletzt dienstagmorgens, am 26.02. gegen 3 Uhr als mehrere Mülltonnen in der Willibald-Alexis-Straße in Flammen aufgingen.

 

Langsam wird es in Kreuzberg 61 ungemütlich - vor allem in den frühen Morgenstunden: Am 19. Februar gingen mehrere Fahrzeuge in einer Tiefgarage in Flammen auf; viele andere Fahrzeuge sind bis mit einer dicken schmierigen Rußschicht bedeckt, die sogar in die Innenräume der Fahrzeuge gedrungen ist. Am selben Morgen wurde im Treppenhaus eines Wohnhauses in der Urbanstraße ein Papierstapel angezündet, wobei ein Geschäft in Mitleidenschaft gezogen wurden. Am 23. Februar wurden innerhalb weniger Minuten fünf Brandstiftungen begangen, so in der Fürbringer Straße, als ein Reifen eines Rades in Brand gesetzt wurde, in der Zossener Straße eine Mülltonne brannte, in der Gneisenaustraße im Treppenhaus ein Kinderwagen angezündet wurde, wieder ein Kinderwagen in der Fürbringer Straße und in der Solmstrasse die Tür zu einer Arztpraxis brannte. Dann am 26. Februar wiederum Mülltonnen im Hinterhof in der Willibald-Alexis-Straße, nahe am Chamissoplatz.

Bis jetzt entstanden in den meisten Fällen nur kleinere Sachschäden, auch weil die Brände frühzeitig entdeckt wurden; im Falle der Brandstiftung einer in der Baewaldstraße gelegenen Tiefgarage dürfte sich der Gesamtschaden an Autos und Gebäude aber auf bis zu 100.000 Euro belaufen. Die 'Polizeidirektion 5', in deren Zuständigkeitsbereich die Örtlichkeiten der Brandstiftungen fallen, wollte sich, mit Hinweis auf laufende Ermittlungen, zu den Vorfällen noch nicht äußern - die Sachbearbeiterin der 'Zentralen Pressestelle' der Berliner Polizei zu den Kreuzbergern Brandstiftungen befragt, konnte sich nicht erinnern, überhaupt von diesen Vorfällen gehört zu haben!

Auskunftsfreudiger war da schon der Kreuzberger Bürgermeister Franz Schulz (die Grünen), der sich an frühere Häufungen von Brandstiftungen in Kreuzberg erinnern kann und die erst endeten als der betreffende Serientäter gefasst werden konnte.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohung durch einen Serienbrandstifter appelliert er auch an die Kreuzberger selbst "die Augen offen zu halten" und "Brandlasten wie Räder, Altpapier oder Kinderwägen aus den Treppenhäusern vorläufig zu entfernen", um es dem Serientäter nicht unnötig leicht zu machen. Bei den Kinderwägen seien aber auch vor allem die Vermieter gefragt, die einen Abstellraum zu Verfügung stellen müssten.

Auch will der Bürgermeister mit der Polizei sprechen, um zu deutlich zu machen, dass alles getan werden muss, um die Kreuzberger vor dieser heimtückischen Bedrohung zu schützen. Der beste Schutz ist allemal, so lang der Serientäter nicht gefasst ist, dafür zu sorgen, dass die Haustüren "richtig" abgeschlossen sind und nicht nur einfach zugezogen, denn sonst genügt ein kräftiger Stoß gegen die Tür oder mit Hilfe eine Art Checkkarte, die es ermöglicht bei einer nicht abgeschlossen Tür den Türschnapper aus der Falle zu drücken und somit Zutritt zu verschaffen.

 

 

 

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