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Berlin

Das Archiv von Kieznetz

KIEZ und KNEIPE

 

 

 

 

03.02.2005

 

Wenig Reichtum und Ruhm, aber jetzt: KuK

 

Was wäre Berlin ohne seine Kneipen(-kultur)? Peter S. Kaspar ist einer jener, der diese Kultur pflegt und zu schätzen weiß und der auch die Kneipe unter einem anderen Blickwinkel sieht, nämlich als Wirtschaftsstandort - Ideenpool im besten Sinne. Seine

 

Vielleicht nicht ganz neu aber das ist dann doch neu, wenn die Kneipe als Vertriebsort der Zeitung fungiert. Vorteil: Die Zeitung kann mehrfach gelesen werden, verstopft keine Briefkästen und wandert nicht in den Müll. Und als Informationsbörse ist die Kneipe natürlich auch Gold wert.

Nicht Gold aber etwas Reichtum und viel Ruhm, das hätte sich Peter S. Kaspar durchaus vorstellen können, nachdem der Verleger von Ullstein ihn mitten in einer Redaktionssitzung im Schwabenländle anrief, um lauthals zu verkünden: Deinen Roman bringen wir ganz groß raus!

Alsdann kündigte Peter S. Kaspar 1995 seinen Job als Feld- und Wiesenredakteur (er war fürs Lokale zuständig, d.h. Sport, Männergesangsverein, Hausfrauentheatergruppe, Schützenverein etc. etc.), um eben Schriftsteller zu werden. Leider wurde sein Roman doch nicht so erfolgreich aber der Weg war vorgezeichnet: Er begann Drehbücher für Krimiserien ("Zwei Brüder" mit Fritz und Elmar Wepper) zu schreiben. 1999 versuchte er seine Drehbuchkariere in Berlin fortzusetzen, arbeitete kurz bei SAT 1, schrieb für die hochqualitative ZDF-Reihe "Streit um Drei" (70 Fälle). Seine Leidenschaft für Ägypten fand in diverses Reise- und Erlebniserzählungen und Sachbüchern über dieses Land Ausdruck.

Aber es ist ein schwieriges Geschäft, Produzenten finden, sich gut verkaufen können und wo bleibt da die Wirklichkeit? Genau dort wollte Peter S. Kaspar wieder hin, zu seinen Wurzeln, zum Journalismus vor Ort - mit seiner Kiezzeitung: "Kiez und Kneipe", kurz KuK. Und er ist jetzt auch endlich das erste Mal "Chefredakteur" und sein eigener Chef.

Die erste Ausgabe erschien im Dezember mit einer Auflage von 1000 Stück - die alsbald vergriffen war - zurückhaltend in der Aufmachung, vielleicht sogar etwas antiquiert, aber das hat Methode. Eine Zeitung von Nachbarn für Nachbarn. Eine Zeitung für eng definierte Nachbarschaften und Ausbreitungsgebiete: Vom Mehringdamm zum Südstern, vom Kanal zur Gneisenaustraße. Weniger eng geht es in den Redaktionssitzungen zu: denn diese finden als offene Redaktionssitzungen 1mal im Monat in unterschiedlichen Kneipen statt und jede,r Interessierte ist herzlich willkommen.

 

 

 

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