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Das Archiv von Kieznetz

Spreeufer

 

Mühlenstr. 61-63

 

 

 

27.02.2013

 

"Schändung eines zentralen Symbols des Kalten Krieges"

 

Etwas spät, wohl zu spät, kommt der Protest gegen ein Bauvorhaben direkt am Spreeufer auf Friedrichshainer Seite - dafür müsste auch ein ca. 20 Meter breiter Streifen der East Side Gallery abgerissen werden.

 

Konkret soll dort, Baubeginn in ein paar Tagen, ein 14-geschossiger Solitär errichtet werden, Eigentumswohnungen mit einem Preis bis zu knapp 8.000 Euro pro Quadratmeter. "Millionäre auf dem Todesstreifen - das geht nicht", argumentieren die Initiatoren einer Pressekonferenz, die gestern in Sichtweite des Baugrundstückes, abgehalten wurde. So ganz wurde nicht klar, warum so spät zum Protest gegen den Neubau und den Abriss der Mauer aufgerufen wurde. Der Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne)wollte schon viel früher den Senat zu einem Grundstückstausch bewegen - vergeblich. Jetzt wird der Bürgermeister selbst mit dem Vorwurf konfrontiert, sich nicht umfassend gegen das Bauprojekt eingesetzt zu haben. Im Übrigen haben alle Unterzeichner einer Petition, die sich gegen die Bebauung vehement ausspricht, wie die "Mediaspree versenken", der Geschäftsführer des Sage-Clubs, der Bürgerverein Luisenstadt, die Betreiber der Eisenbahnmarkthalle u.a. ein Hausverbot vom Bauherrn überstellt bekommen.

Geht es den Initiatoren wirklich um nur die Erhaltung eines Mahnmals? Um die Bewahrung eines Ortes des Erinnerns, wo auf dem Todestreifen Menschen ihr Leben ließen? Der Geschäftsführer des Sage-Clubs befürchtet in Zukunft Lärmklagen auf sich und den anderen Clubs auf der gegenüberliegenden Spreeuferseite zu kommen. Und die bisherige Nutzung als (privat-gewerblich, völlig abgesperrter Bereich) Partymeile, wo gefeiert, getrunken, getanzt wurde (und viel Geld verdient wurde), war anscheinend, auf diesem geschichtsträchtigen Ort, völlig in Ordnung.

 

 

 

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